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Nase und Nebenhöhlen

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Die Nasennebenhöhlenentzündung
Sinusitis maxillaris, ethmoidalis, frontalis und sphenoidalis

    Definition: Bei der Nasennebenhöhlenentzündung handelt es sich um eine akute oder chronische bakterielle, pilz- oder allergisch bedingte, in der Regel von den Nasenhaupthöhlen (Abb. 1) oder vom Nasopharynx - gelegentlich auch odontogen (vom Zahn kommend) - fortgeleitete oder stauungsbedingte Entzündung der Kieferhöhlenschleimhaut, meist auch des Siebbeinzellsystems (z. B. Ethmoiditis anterior, Abb. 2) oder der nachgeordneten Nasennebenhöhlen.

    Beschwerden: Akute Entzündungen fallen schnell durch eitrigen Ausfluss aus der Nase und Schmerzen im Gesicht auf. Chronische Entzündungen werden als solche oft gar nicht bemerkt.. Oft führen chronische Halsschmerzen, Kehlkopfentzündungen oder eine Bronchitis den Patienten zum Arzt. Schmerzen können in einigen Fällen durch Druck auf die Wange oder bei Vornüberbeugen des Kopfes ausgelöst werden und helfen den Patienten zur Diagnose.

    Untersuchungen Notwendig sind ein sog. HNO-Status, eine Endoskopie von Nase und Nasopharynx. Im Einzelfall nützlich sind ein Abstrich (Erreger und Resistenz), Röntgenaufnahmen der Nasennebenhöhlen, Computertomographie von Nasennebenhöhlen (immer vor einer ev. Notwendigen Operation), ein Allergie-Test (Prick-Test, intranasale Provokation, NRAST), eine Kieferhöhlenendoskopie Riechprüfung (vor/nach Abschwellen) und eine interdisziplinäre Untersuchungen (Zahnarzt, Kieferchirurg)

    Therapie

      Der HNO-Arzt beginnt die Therapie zunächst konservativ
    • Bei akuter Sinusitis: Nasenspray, Mukolytikum, Antibiotikum, Antiphlogistikum
    • Bei Aspergillus-Sinusitis: evtl. antimykotische Therapie
    • Bei allergischer Sinusitis: Antihistaminikum, Glukokortikoide, Hyposensibilisierung
    • Bei röntgenologisch persistierender Spiegelbildung: Kieferhöhlenpunktion, evtl. -spülung, Operationsindikationen / (-prinzipien)

    Die Empfehlung zur Operation erfolgt immer bei erfolgloser konservativer Therapie, bei chronischer Sinusitis ohne/mit Asthma bronchiale oder bei Pilzinfektion, Kieferhöhlenpolypen, Polyposis nasi. Außerdem müssen fast alle Komplikationen der Sinusitis, z. B. Komplikationen im Auge oder im Hirn operiert werden. (endonasale mikroskopisch/endoskopische Revision oder Operation von außen). Operationen sind auch bei Tumorverdacht oder bei sog. Mucozelen notwendig.

    Das Prinzip bei allen Operationen ist es, eine Belüftung der Höhlen (Abb. 3) zu schaffen und einen „Herd“, bzw. „Tumor“ zu beseitigen. Die übliche Operationsmethode ist die endoskopische oder die endoskopisch gestützte mikroskopische Operation (Abb. 4) durch die Nase. Zusatzeingriffe, wie Septumplastik und Nasenmuschelverkleinerung sind meist notwendig. Am Ende der Operation wird die Nase meist für die Dauer von 2 Tagen tamponiert.

    Ambulant / stationär Kleiner operative Eingriffe in der Nase und den Nebenhöhlen, wie Kieferhöhlenpunktion, Kieferhöhlenendoskopie mit Probeentnahme, Nasenmuschelverkleinerung sowie endonasale mikroskopisch/endoskopische Kieferhöhlenfensterung ohne Nasenmuschelreduktion sind ambulant möglich. Darüber hinausgehende Eingriffe in der Regel stationär. Entscheiden muss der verantwortliche Arzt. Der Patient sollte seinem Rat folgen.

Polyposis nasi et sinuum

    Definition Bei der Polyposis handelt es sich um eine Neubildung von gestielten oder flächenhaft aufsitzenden, ödematösen oder fibrotischen Schleimhautprotrusionen im mittleren Nasengang (Abb. 5), vom Siebbein oder von der Kieferhöhle ausgehend.

    Beschwerden Die Beschwerden ähneln denen einer akuten oder chronischen Entzündung. Immer wieder kann es zu eitrigem Ausfluss aus der Nase und Schmerzen im Gesicht kommen. Oft führen Nasenatmungsbehinderung, „Stockschnupfen“, chronische Halsschmerzen, Kehlkopfentzündungen oder eine Bronchitis den Patienten zum Arzt. Wenn man lange genug wartet, können die Polypen auch aus der Nase herauswachsen.

    Untersuchungen Notwendig

    • HNO-Status
    • Endoskopie: Nase, Nasopharynx (Abb. 6)
    • Endoskopie der Nasennebenhöhlen (nach Voroperation)
    • Coronares CT: Nasennebenhöhlen (immer vor Operation, nicht bei akuten Entzündungen, es sei denn, es liegen Komplikationen vor) (Abb. 7)
    • MRT (Kernspintomographie nur im Einzelfall, wenn CT nicht möglich)
    • Allergie-Test (Prick-Test, evtl. intranasale Provokation, RAST)
    • Ausschluß einer ASS-Intoleranz (Aspirinempfindlichkeit)
    • Ausschluß einer Pilzerkrankung (schwierig)
    • Riechprüfung (vor/nach Abschwellen)
    • Im Einzelfall nützlich
    • Röntgen: Nasennebenhöhlen
    • Axiales CT: Nasennebenhöhlen
    • Schweißtest (Ausschluß Mukoviszidose)
    • Biopsie (Malignomverdacht)

    Therapie Die konservative Therapie ist nur sinnvoll, wenn man durch Behandlung der Grundkrankheit (Allergie oder ASS-Intoleranz) Besserung oder Heilung erreichen kann oder zur Linderung in der Wartezeit bis zur Operation. Natürlich sind manchmal Operationen auch bei verschiedenen anderen Krankheiten, meist während einer Schwangerschaft oder aufgrund sozialer Umstände ausgeschlossen. Zur Therapie gehören Antibiotika, Antiphlogistika und Mukolytika. Bei bekannter Allergie sollte eine Allergenkarenz und Hyposensibilisierung erfolgen. Medikamentös werden oberflächlich verabreichte und systemische verabreichte Glukokortikoide, Antihistaminika und Antibiotika gegeben. Die Empfehlung zur Operation erfolgt immer. Das Prinzip bei allen Operationen ist es, eine Belüftung der Höhlen zu schaffen und einen „Herd“, bzw. „Tumor“ zu beseitigen. Die übliche Operationsmethode ist die endoskopische oder die endoskopisch gestützte mikroskopische Operation durch die Nase. Zusatzeingriffe, wie Septumplastik und Nasenmuschelverkleinerung sind meist notwendig. Seltener aber auch heute im Einzelfall nötig sind Operationen von außen oder vom Mundvorhof aus. Am Ende der Operation wird die Nase meist für die Dauer von 2 Tagen tamponiert. Jeder Polyp muss einer histologischen Untersuchung zugeführt werden.

    Ambulant / stationär Endonasale oder transfaziale Nasennebenhöhleneingriffe in der Regel stationär, im Einzelfall und in Abhängigkeit vom Umfang evtl. ambulant möglich.

Nasenscheidewandverbiegung
Septumdeviation

    Definition Angeborene oder erworbene Verformung der Nasenscheidewand im knorpeligen und/oder knöchernen Bereich, oft mit spornartigen Vorsprüngen, sog. knöchernen Bodenleisten und/oder Verbiegung des knorpeligen Septum (Subluxation); meist in Kombination mit einer Hyperplasie der unteren Nasenmuscheln

    Untersuchungen Notwendig

      • HNO-Status
      • Endoskopie: Nase, Nasopharynx (adenoide Vegetationen)
      • Röntgen: Nasennebenhöhlen
      • Im Einzelfall nützlich
      • Rhinomanometrie (vor/nach Abschwellen)
      • Riechprüfung (vor/nach Abschwellen)
      • CT: Nasennebenhöhlen
      • Allergietest (Prick-Test, intranasale Provokation, evtl. RAST)
      • Evtl. interdisziplinäre Untersuchungen (Phoniatrie)

    Therapie Konservativ Es gibt keine konservative Therapie, es sei denn man möchte auf die Operation der Nasenscheidewand verzichten und kann die Nasenatmungsbehinderung mit abschwellenden Nasentropfen oder ggf. mit einer Allergiebehandlung beheben.

    Operationsindikationen / (-prinzipien) Wenn der Patient über eine ständige oder intermittierend behinderte Nasenatmung z. B. mit Mundatmung, Schnarchen, Nasennebenhöhlenerkrankung, Mittelohrentzündungen oder -belüftungsstörung und eine Nasenseptumdeviation besteht, ist eine Operation indiziert. Oft kommt es auch zu migräneähnlichem Halbseitenkopfschmerz. Unstillbares Nasenbluten bei Vorliegen von Bodenleisten oder Septumspornen machen manchmal eine Septumplastik und Muschelreduktion notwendig. Fast immer muss man bei Operationen der Nasennebenhöhlen auch die Nasenscheidewand operieren, weil sonst ein erschwerter Zugang für endonasale mikroskopisch/endoskopische NNH-Eingriffe vorliegt.
    Bei der Septumplastik wird die Schleimhaut am Septum in der Nase durchtrennt. Es werden dann Knorpel und Knochen auf einer oder auf beiden Seiten freigelegt und je nach Art der Verbiegung geradegestellt. Die Verkleinerung der Muschel kann konventionell mit der Schere oder laserchirurgisch erfolgen. Meistens werden flache Kunststoffmembranen, sog. Schienen auf beiden Seiten zur Stützung eingenäht. Sie bleiben eine Woche. Die Entfernung ist in der Regel schmerzfrei. Am Ende der Operation wird die Nase meist für die Dauer von 2 Tagen tamponiert. Die operative Therapie von Formveränderungen der äußeren Nase erfordern vom Chirurgen eine besondere Ausbildung (Zusatzbezeichnung „Plastische Operationen“) und Geschicklichkeit. Die Krankenkassen, bez. Die Kassenärztlichen Vereinigungen übernehmen in diesem Fall die Kosten für Operation und Narkose nicht.

    Ambulant / stationär Die Septumplastik mit/ohne Muschelreduktion wird heute als ambulante Operation eingestuft. Dies ist in vielen Fällen nicht möglich. Der Arzt entscheidet auf jeden Fall ob es möglich ist oder nicht.

Verletzungen des Gesichtes:
Nasenbeinbruch, knöcherne Verletzung von Gesichtsknochen

    Definition Geschlossene oder offene Fraktur des Os nasale, Impressionsfraktur der Nasenpyramide mit Septumfraktur, Orbitaboden -, Jochbeinbrüche und Schädelbasisbrüche nach stumpfen oder scharfen Gesichtsverletzungen.

    Untersuchungen Notwendig

    • Genaue Krankengeschichte/Anamnese (Unfallzeitpunkt und -hergang, frühere Schädelunfälle)
    • Betrachtung/Inspektion (Schwellung, Hämatom, Weichteilverletzung, Formveränderung, eingeschränkte Mundöffnung, Sehstörung, Doppelbilder, Gefühlsstörung der Wange, Verlust von „Hirnwasser“/Liquorrhoe)
    • Tasten/Palpation (Stufenbildung, Krepitation, Mobilität des Oberkiefers, Hautemphysem)
    • HNO-Status
    • Endoskopie: Nase, Nasopharynx (Septu †???a ?º??mhämatom, Hämatom der Nasenklappe, Septumfraktur)
    • Sensibilitätsprüfung (N. infraorbitalis)
    • Riechprüfung
    • Ohrmikroskopie (weitere Traumafolgen, z. B. Hämatotympanum)
    • Röntgen: Nasengerüst seitlich, Nasennebenhöhlen
    • Im Einzelfall nützlich
    • Fremdanamnese
    • Fotodokumentation (aus forensischen Gründen)
    • CT: Schädel (weitere Frakturen, endokranielle Blutung, Luft)
    • Bei V. a. Liquorrhoe, Auffangen der Flüssigkeit und Laboranalyse oder Spezialfärbung nach Punktion
    • Interdisziplinäre Untersuchungen (Neurologie, bei zusätzlichen ausgedehnten Mittelgesichts- und/oder Schädelbasisfrakturen ggf. Kieferchirurgie, Neurochirurgie, Ophtalmologie)

    Therapie Bei offenen Verletzungen muss eine Tetanusprophylaxe erfolgen, ev. ist ein Antibiotikum nötig. Bei nicht dislozierter, geschlossener Fraktur können Antiphlogistika, Cortison und abschwellende Nasentropfen gut sein. Man darf nicht schnäuzen, weil das Auge offen sein kann. Eine Operationsindikationen besteht bei Weichteilverletzungen zur Wundversorgung, bei Brüchen der Augenhöhle mit Doppelbildern oder Sehschwäche und bei Mittelgesichtsbrüchen mit Gefühlsstörungen oder bei ästhetischer Beeinträchtigung. Eine geschlossene dislozierte Fraktur muss innerhalb einer Woche, evtl. mit Septumkorrektur operiert werden. Offene dislozierte Frakturen, wie Verletzung der inneren Weichteile, Septumhämatom, starke Blutung müssen immer gleich operativ versorgt werden.

Quelle (modifiziert ):
Index Leitlinien der HNO-Heilkunde
Allergologie
Auditive Wahrnehmungsstörungen
B-Sonographie
Frühkindlich Hörstörungen
Geruchs- und Geschmacksstörungen
Gesichtslähmung
Halserkrankungen
Hauttumoren im Kopf-Hals Bereich
Hörgeräteversorgung
Hörsturz
Nase und Nebenhöhlen
Ohr
Ohrchirurgie
Operationen an Nase und Nebenhöhlen
Plastische Operationen
Schluckstörungen
Schnarchen / OSAS / Schlafstörungen
Schwindel
Speicheldrüsenerkankungen
Sprachentwicklungsstörungen
Stimmstörungen ( Dysphonien )
Stottern
Tinnitus
Tinnitusretraining
Traumatologie
Wahrnehmungsstörungen